Pilzticker Bayern 145:
Funde vom 19.10.2024 - 01.12.2024





Pilzticker Bayern 145




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Bayerns





Jede Menge Samtfußrüblinge im Reich der Biber bei Happurg


Matthias schreibt am 1. Dezember 2024:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich gestern im Buchenwald leider feststellen musste, dass die Austernseitlinge, die ich vor einigen Tagen noch etwas wachsen lassen wollte, fast gänzlich von den Schnecken gefressen wurden - die schleimigen Schleicher haben nur die zähen Stiele übriggelassen - habe ich mir für heute ein anderes Habitat ausgesucht.

Samtfußrüblinge am Bach der Biber; Foto Matthias 1.12.24

In der Nähe von Happurg im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land gibt es einen Bachlauf, den die Biber nach ihren Vorstellungen umgestaltet haben. Es wachsen dort vor allem Weiden. Die meisten liegen allerdings kreuz und quer im aufgeweichten Boden und man hat seine liebe Mühe, voranzukommen. Erschwert wurde dir Tour auch noch durch dichtes Brennnessel-Gestrüpp.

Aber es hat sich allemal gelohnt. An fast jedem Stamm wachsen mal mehr, mal weniger viele Samtfußrüblinge (Foto links). Es kommen auch noch jede Menge nach, so dass ich in ein, zwei Wochen sicherlich noch einmal nachsehen werde.

Daraufhin bin ich noch kurz an eine andere Stelle in den Buchenwald, an der es jedes Jahr aufs Neue ein paar kleinere Büschel zu ernten gibt. Auch hier ein voller Erfolg.

Zum Schluss wollte ich noch kurz mit einem Freund neue Winterpilzgründe in einem anderen Tal erkunden. Weit gekommen sind wir nicht. Am Taleingang verrottet ein Holzstoß mit Pappelstämmen. An allen möglichen Stellen sprießen Samtfußrüblinge, viele davon allerdings derart zwischen den Stämmen, dass man nicht einmal mit den Armen hineinlangen kann.

Während ich mir die Kürbissuppe mit gebratenen Samtfußrüblingen als Topping schmecken lasse, grübele ich mal über geeignete Erntewerkzeuge für diesen Holzstoß.

Ich wünsche allseits einen schönen Sonntagabend und eine erfolgreiche Winterpilzsaison.

Liebe Grüße

Matthias"

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Büschel Winterrüblinge (Samtfußrüblinge); Foto Matthias 1.12.24
Schöne Fundmenge von Samtfußrüblingen; Foto Matthias 1.12.24

2 Fotos: Ein Büschel Samtfußrüblinge am bemoosten Weidenstamm, das mit Sicherheit in dem Haufen auf dem Foto rechts landete, welches Matthias' Gesamtausbeute zeigt. (3 Fotos © Matthias)

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Späte Suche im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz

Jetzt heißt es doppelt gut hinsehen bei den Speisepilzen


Korb mit Herbsttrompeten und Trompetenpfifferlingen; Foto Matthias 28.11.24

Matthias schreibt am 28. November 2024:

"Servus Heinz-Wilhelm,

vor einer guten Woche war es bei uns ziemlich kalt, nachts stellenweise bis -4°C, danach dann aber einige Tage verhältnismäßig warm und ohne Nachtfröste. So hoffte ich, dass vielleicht doch noch ein paar Herbstpilze nachgekommen sind. Da der nächste Frost ansteht, ging ich heute morgen vor der Arbeit noch einmal in meinen Lieblingswald in der Nähe des Grafenbucher Forsts.

Neu nachgekommen war nichts mehr. Das war aber auch zu erwarten, da die Wärmeperiode einfach zu kurz war. Aber wenigstens ein paar Violette Rötelritterlinge hätten es doch sein dürfen?

Von den Trompetenpfifferlingen stehen nach wie vor genug frische und feste Exemplare. An den geschützten Lagen sind sie noch wunderbar, an exponierten Stellen sieht man Frostschäden, teilweise fehlen auch schon die etwas weicheren Hüte. Ich habe mal versucht, das auf einem Bild darzustellen. An den dunklen Stellen am Leistenansatz ist zu erkennen, dass die Pilze besser im Wald bleiben sollten.


Späte Trompetenpfifferlinge; Foto Matthias 28.11.24

Foto: Wir lassen sie besser stehen! Die Leistenansätze der Trompetenpfifferlinge sind schon dunkel, was vermutlich auf Frostschaden zurückgeht. Wer jetzt noch Speisepilze sucht, sollte gut hinsehen. 

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Trompetenpfifferlinge halten meiner Meinung nach schon mal leichte Minusgrade aus. Die im Wald für gut befundenen Fruchtkörper sollten aber zu Hause bei gutem Licht trotzdem noch einmal unter die Lupe genommen werden, auch der frische, fruchtige Geruch muss noch vorhanden sein. Matschig geht erst recht nicht.

Auf dem Rückweg fiel mir auf, dass ich noch nie in dem Buchenbestand nebenan gesucht hatte. Warum eigentlich nicht? Das Ausgangsgestein ist basisch, zwischen den verstreuten Mutterbuchen stehen viele Jungbäume.

Die Herbsttrompeten waren in überwiegender Zahl noch fest und rochen typisch nach Mirabelle. Da die Fröste ja nun schon eine Weile her sind und die Fruchtkörper scheinbar nach wie vor intakt sind, beschloss ich, einige Exemplare mitzunehmen. Ein toller Pilz, bei dem ich dieses Jahr leider fast leer ausging. So kann der Übergang in die Winterpilzzeit gerne immer sein.

Liebe Grüße aus Happurg

Matthias"

(2 Fotos © Matthias)

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Schöner Überblick, informativ, lesenswert!

«Die Zeit, in der die Steinpilze nicht von alleine in den Korb springen, ist mir eigentlich die liebste»


Fund Matthias 8.11.24

Foto: Freitags- und Samstagsfund: Violette Rötelritterlinge, Austernseitlinge, Fichtenreizker, Frauentäublinge und ein Champignon, der eher ein Anisegerling als ein Waldchampignon ist. Ein Waldchampignon würde an Schnittflächen röten bzw. bluten. Auch die deutlich gelb überhauchte Hutfarbe spricht für einen Anisegerling. (3 Fotos © Matthias)

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Matthias schreibt am 9. November 2024:

"Servus Heinz-Wilhelm,

die bei weitem meisten Pilzsammler sind längst wieder aus den Wäldern verschwunden, Ruhe kehrt ein. Die Zeit, in der die Steinpilze nicht von alleine in den Korb springen, ist mir eigentlich die liebste. Die Funde werden weniger, dafür aber umso wertvoller.

Am heutigen Samstag war ich auf der Suche nach potentiellen neuen Stellen für Herbsttrompeten. Unser altes Suchgebiet ist leider einer Forststraße gewichen und es stand dieses Jahr kein einziger Fruchtkörper. Unterwegs war ich auf einer Hochebene im Happurger Umland. Haupsächlich Buchenbestand, aber auch ein wenig Kiefern, Fichten und Tannen. Herbsttrompeten gab es leider keine. Dafür wurde unser Abendessen noch durch einige Violette Rötelritterlinge, Fichtenreizker und Frauentäublinge ergänzt.

Austernseitlinge; Foto Matthias 9.11.24

Am gestrigen Freitag bei einem Spaziergang im Oberpfälzer Birgland haben wir tatsächlich die ersten Austernseitlinge (Foto rechts) gefunden. Wir hätten sie fast übersehen, so langsam muss man sich wieder daran gewöhnen, nicht nur am Boden, sondern auch an und auf den Bäumen zu suchen. Ein vereinsamter, aber noch fester und großer Waldchampignon durfte auch noch mitkommen.

Vergangene Woche am Sonntag war ich potentielle neue Pilzgründe in den Nürnberger Staatsforsten bei Brunn erkunden. In weiten Teilen sind die Waldböden durch die extensive Forstwirtschaft nachhaltig ruiniert. Es gibt aber auch von kleinen Bächen durchzogene Stellen, die für die schweren Gerätschaften unzugänglich sind, Bewuchs: viel Waldkiefer, etwas Fichte.

Dort durfte ich ein bestimmt 200 Quadratmeter großes Vorkommen von Duftleistlingen entdecken, eine wohlschmeckende Pfifferlingsart, die hier bei uns nicht sonderlich häufig zu finden ist. Die meisten Fruchtkörper waren schon überständig und teilweise bewohnt, ein paar Hände voll durften aber mitkommen. Definitiv eine Stelle, die ich nächstes Jahr wieder aufsuchen werde!

Ich bin gespannt, was der Herbst noch so zu bieten hat. Ich wünsche allen Sammlern, die jetzt noch unterwegs sind, schöne und schmackhafte Funde!

Liebe Grüße von Matthias aus Happurg"

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Duftleistlinge; Foto Matthias 3.11.24

Foto: Ein Sonntagsfund waren für Matthias die Duftleistlinge, die in seiner Region nicht sonderlich häufig vorkommen. Er schätzt sie sehr. 


Triftern: «Die Steinpilze wachsen nicht mehr ganz so zahlreich»


Collage; 6 Fotos Armin 1.11.24

Collage: Totentrompeten, Steinpilz, Birkenpilz, Trompetenpfifferlinge, noch ein Steinpilz und ein schon etwas derangierter Flocki (von oben links) zeigen einen kleinen Ausschnitt von Armins Funden. (Collage/6 Fotos © Armin)

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Armin schreibt am 3. November 2024:

"Servus Heinz-Wilhelm, 

am Freitag, Allerheiligen, war ich wie so oft beim Schwammerlsuchen in den Wäldern Nähe Triftern. Da es mittlerweile nicht mehr so warm ist, wachsen die Steinpilze nicht mehr ganz so zahlreich. Gefunden habe ich dennoch einige Schöne.

Ansonsten gibt es nach wie vor Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Trompetenpfifferlinge und Pfifferlinge. Vermehrt wachsen derzeit schöne frische Totentrompeten, die mit zu meinen Lieblingspilzen zählen.

Gruß aus Simbach am Inn Armin"


Wendelins Saisonabschluss, wie immer bei den widerstandsfähigen Pfifferlingen im Ebersberger Forst


Pfifferlingsfund; Foto Wendelin 2.11.24

Foto: Letzter Pfifferlingsfund für dieses Jahr? Es war wohl Wendelins letzter Pilzgang 2024 im Ebersberger Forst, wo er, wie jedes Jahr zum Saisonabschluss, nach den Pfifferlingen schaute. Auf dem 2. Foto sehen wir die schönsten Pfifferlinge auf einem Teller. (3 Fotos © Wendelin)

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Teller mit schönen Pfifferlingen; Foto Wendelin 2.11.24

Wendelin schreibt am 2. November 2024:

"Servus Heinz-Wilhelm und liebe Pilzfreunde,

ich war gestern, am 1. November (Allerheiligen), auf meinem wohl letzten Pilzgang
in diesem Jahr im Ebersberger Forst östlich von München. Dabei habe wie jedes Jahr
am Ende der Pilzsaison meine Pfifferlingsplätze aufgesucht, an denen ich bereits im Juni sehr
erfolgreich war. Bei uns ist das Pilzvorkommen, wie wahrscheinlich fast überall in Süddeutschland, zu dieser Jahreszeit sehr reduziert.

Außer einem Perlpilz und ein paar Scheidenstreiflingen war an verwertbaren Pilzen - mit Ausnahme meiner Pfifferlinge - kaum etwas zu finden. Ich stelle immer wieder fest, dass die Pfifferlinge am längsten durchhalten und so sende ich Euch anhand von einigen Bildern meine gestrige Ausbeute, die geputzt eine gehäufte Müslischale ergab.

Dank und viele Grüße an alle Pilzsammler!

Herzlichst Wendelin aus München-Trudering"

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Pfifferlinge im mächtigen Wurzelwerk; Foto Wendelin 2.11.24

Foto: Vier Pfifferlinge vor dem mächtigen, fast bedrohlich anmutenden Wurzelwerk eines Baumes. 





Ingolstadt: Für die Steinpilze springen einstweilen die Grauen Leistlinge und die Trompetenpfifferlinge ein


Trompetenpfifferlinge; Foto Sebastian 23.10.24

Foto: Die Zeit der Steinpilze ist in der Region Ingolstadt erst einmal vorbei. Dafür gibt es jetzt viele Trompetenpfifferlinge, die Sebastian auch gerne mitnimmt. Der Blick in den Korb zeigt außerdem einige Maronen, einen schönen Flockenstieligen Hexenröhrling sowie einen Reizker. (3 Fotos © Sebastian)

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Blick in Sebastians Pilzkorb, ohne Steinpilze; Foto Sebastian 23.10.24

Sebastian schreibt am 24. Oktober 2024:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

anbei Bilder zu meinem Fund von gestern Abend. 

Die Steinpilze waren überständig, von neuen keine Spur. Auch die Maronen waren groß, frische kamen nur wenige nach. Dafür gab es einen knackigen Flockenstieligen Hexenröhrling, Trompetenpfifferlinge, Graue Leistlinge und Reizker.

Ich bin mit meinem Fund zufrieden: die Trompetenpfifferlinge sind getrocknet und die Hexe und Maronen ergaben eine tolle Soße. Warten wir auf besseres Wetter bzw. den nächsten Schub!

Grüße aus Ingolstadt

Sebastian"




Totentrompeten; Foto Sebastian 23.10.24

Foto: Die Grauen Leistlinge, hier zu sehen, sind gerne gesammelte Pilze, weil sie mit den vorzüglichen Herbsttrompeten, mit denen sie häufig verwechselt werden, geschmacklich mithalten. 

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Auf den alten Fundplatz im Miltenberger Wald ist Verlass


Schale mit Maronenröhrlingen; Foto Christopher 22.10.24
Paula bewacht Korb mit Maronenröhrlingen; Foto Christopher 22.10.24

Christopher schreibt am 22. Oktober 2024:

"Hallo Heinz-Wilhelm, 

nachdem ich die letzten zwei Wochen von den tollen Pilzfunden im Spessart erfahren habe, bin ich am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein mit Vierbeinerin Paula (2. Foto rechts neben Maronenfund) in den Miltenberger Wald gegangen.

Es gab Unmengen an Pilzen, aber erst an unserer alten Fundstelle waren wir schließlich erfolgreich. Herrliche Maronen!

Dir, Heinz-Wilhelm, vielen Dank für deine Seite. Es ist immer wieder spannend, von anderen Pilzsammlern zu erfahren!

Liebe Grüße aus Miltenberg

Christopher"

(2 Fotos © Christopher)

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Die Steinpilze wachsen munter weiter bei Triftern


Collage mit Steinpilzen, Flockenstieligen Hexen und Pfifferling; 6 Fotos Armin 21.10.24
2 Maronenröhrlinge; Foto Armin 21.10.24

Armin schreibt am 21. Oktober 2024 zu dieser Collage:

"Servus Heinz-Wilhelm, 

heute Vormittag war ich wie so oft beim Schwammerl suchen in der Nähe von Triftern. Es gibt nach wie vor Steinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronenröhrlinge (Foto rechts) und Pfifferlinge.

Gruß aus Simbach am Inn, Armin

(Collage/6 Fotos © Armin); (1 Foto © Armin)

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Trotz erneut vieler Pilzsucher im Bamberger Hauptsmoorwald:

«Es gab noch mehr als genug Steinpilze»


Familie mit Steinpilzen und Hund; Foto Andreas/Privat 20.10.24

Andreas schreibt am 20. Oktober 2024:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

bevor ich meinen Fundbericht starte, möchte ich mit einem kleinen Hinweis beginnen, den Du gerne auch veröffentlichen darfst, der aber primär an dich geht:

Einmal mehr herzlichen Dank unermüdliches Engagement rund um den Pilz-Ticker. Auch meinen letzten Beitrag hast du perfekt editiert und in Szene gesetzt. Ich bin allerdings über die Anmerkung zu den ‚Konkurrenten’ gestolpert.

So wie ich dich aus unserem E-Mail-Verkehr kennengelernt habe, bin ich sicher, dass du das mit einem zwinkernden Auge gemeint hast. Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn du hier vielleicht von ‚weiteren Pilzsuchern/-freunden/-liebhabern‘ oder einfach Gleichgesinnten schreibst.

Ich persönlich freue mich über zehn Pilzsucher im Wald mehr als über zehn Steinpilze. Denn (zumindest für mein Empfinden) ist gerade eh schon genug Verbundenheit zur Natur, zur Wertigkeit von Lebensmitteln und Miteinander anstelle von Gegeneinander im Verschwinden, als dass man noch von Konkurrenten sprechen müsste.

Natürlich kann jeder seine Fundorte geheim halten und man muss andere Waldbesucher nicht aktiv ansprechen, aber ein netter Gruß und Freude an den Geschenken der Natur ist für mich einfach ein Gebot der Höflichkeit. In diesem Sinne nochmals ganz lieben Dank für deine wundervolle Arbeit rund um deine Homepage. Und nun zu meinem Fund:

Heute Morgen ging es diesmal mit der ganzen Familie rein in unser Stammrevier im Hauptsmoorwald. Wir selbst sind die Steinpilze mittlerweile satt, aber es gibt noch genug Nachbarn und Kollegen, die gerne beschenkt werden. Und tatsächlich wurden wir erneut fündig.

Es gab noch mehr als genug Steinpilze, trotz wieder hohem Aufkommen an weiteren Pilzsuchern. Einige Blicke in andere Körbe zeigten auch dort reiche Funde an Steinpilzen und Maronen. Im Gespräch mit zwei Männern stimmten wir überein, dass wir, nach einem wirklich dürftigen vergangenen Herbst, so ein Pilzaufkommen hier noch nie erlebt haben.

Maja und Janosch waren auch eine echte Hilfe. Während ich teilweise an noch etwas verborgenen Steinpilzhüten vorbeistapfte, entdeckten sie diese zuverlässig. Ich kann nicht sagen, ob es am kürzeren Abstand vom Waldboden oder meiner nachlassenden Sehkraft liegt, aber heute waren alle erfolgreich. So konnten wir uns auch zu einem schönen Gruppenfoto im Moos niederlassen (Foto rechts).

Die Nachbarn, gerade zurück aus der Pfalz mit reichen Esskastanienfunden im Gepäck, tauschten gerne mit uns die Früchte der Natur. Wobei es bei uns erst etwas Wirrung gab. So wurde ich gefragt: Warum tauscht du jetzt Steinpilze gegen Maronen, wenn wir eigentlich genug von Pilzen haben… Bis der Blick in den Korb Klärung brachte.

Im Hauptsmoorwald ist es mittlerweile wirklich schön herbstlich, ich denke, die Steinpilzeschwemme geht bald zu Ende. Aber wir sind auf jeden Fall hier sehr glücklich über die reichen Funde der letzten Woche.

Liebe Grüße aus Bamberg, Andreas mit gesamter Familie"

(3 Fotos © Andreas/Privat)

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Maja und Janosch mit Steinpilz; Foto Andreas 20.10.24
Üppige Steinpilzernte von Andreas & Familie; Foto Andreas 20.10.24

2 Fotos: Da steht schon wieder einer! Maja (links) und Janosch freuen sich über den Fund eines weiteren Steinpilzes. Die Ausbeute konnte sich mehr als sehen lassen, wie das Foto rechts zeigt. Und das trotz etlicher Pilzsammler, die am Sonntag wieder den Hauptsmoorwald aufsuchten. 

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Im Holz neigt es sich allmählich, obwohl...


Maria P. schreibt am 19. Oktober 2024:

"Servus Heinz-Wilhelm und Pilzfreunde,

ich habe mich riesig gefreut, zu lesen, dass Karl Berchtold immer noch fleißig in seinen geliebten Wäldern vor allem im Landkreis Starnberg unterwegs ist. Ich denke gerne an die netten Gespräche zurück, die wir geführt haben, wenn wir uns begegnet sind, und wünsche ihm, dass noch viele Schwammerl den Weg in seinen Korb finden und viele Fische die Köder schlucken, die er in der Würm auswirft!

Hier haben die Wälder endgültig ihr Herbstgewand angelegt – leider kommt die Pracht nicht optimal zur Geltung, weil die Sonne sich immer noch rar macht und der himmlische Wasserhahn auch noch gewaltig leckt.

Die Zeit der Röhrlinge neigt sich dem Ende zu, aber wenn man, wie ich mit meinem Vierbeiner, tagtäglich ausgedehnt unterwegs ist, darf man sich sicher noch auf die eine oder andere Überraschung freuen. Die Ausbeute fällt dann wahrscheinlich bescheidener als auf dem Foto links aus, aber das macht nichts. Schließlich sind die ersten und die letzten Schwammerl im Jahr doch immer die interessantesten, oder?

Sackerl und Messer sind jedenfalls noch immer mit von der Partie und ganz ohne „Beschäftigung“ bleiben sie eigentlich nie. Und ein schlechtes Gewissen muss man auch nicht haben, da witterungsbedingt fast so viele Steinpilze wie auch andere Arten im Wald geblieben sind, wie wir mitgenommen haben. 

Steinpilze und Maronen; Foto Maria P. 19.10.24

Im Holz (in der Oberpfalz geht man nicht in „den Wald“, sondern „ins Holz“) dominieren im Augenblick gewaltig die Nebelkappen. Außerdem gibt es sehr viele Reizker, die aber wohl keiner mag. Die Perlpilze lassen ebenfalls nicht locker und auch die Parasole sind noch aktiv - und zwar angepasst, da sie nicht mehr so groß werden und die Grenze zu den Sternschuppigen Riesenschirmlingen also noch fließender geworden ist, was den Laien aber wohl kaum interessiert.

Die Schopftintlinge üben sich, vermutlich aus Erfahrung (dahingewaschen bereits im Babyalter) klug geworden, in vornehmer Zurückhaltung. Vor einigen Tagen bin ich auf ein ganzes Nest schönster Milchbrätlinge gestossen. Ich fand das ungewöhnlich, würde ich sagen, habe sie nämlich eher als „Hitze-“, also als Sommerpilze in Erinnerung.

Sehr viele Stäublinge erfüllen bereits ihr Fortpflanzungspflicht, was meinem Jimbo immer wieder ein gepudertes Schnäuzchen einbringt und ein kräftiges „Hatschi“ entlockt. Die Fliegenpilze ziehen sich allmählich zurück. Ansonsten sieht man vereinzelte Gallentäublinge, Gelbe Graustieltäublinge, die in meinen Münchner Revieren immer das Ende der Saison markiert haben, sowie etliche andere größere und kleinere Lamellenpilze, die ich nicht näher bestimmen kann.

Ab und an auch ein Bündel Hallimasch. Die vereinzelten Lila Lacktrichterlinge fallen im Gegensatz zu den Reherln, die immer noch keine Ruhe geben, kaum auf. Die Leidenszeit der Maronen geht ebenfalls weiter. Man freut sich, endlich eine schöne gefunden zu haben, langt unter den Hut und stellt fest, dass er entweder schwammig oder aber bis zur Huthaut ausgefressen ist. Es ist wahrlich nicht das Jahr dieser Sensibelchen.

Diese Woche gab's frei nach dem Motto „die Ersten und Letzten“ einen wahren Flocki-Boom. Dieser wurde allerdings etlichen von ihnen dank inkompetenter Sammler, die sie für Steinpilze oder Maronen halten, rausreißen und angekehlt wegwerfen, zum Verhängnis.

Der letzte Minibovist, von denen heuer etliche meinen Rasen geziert haben, ist vorgestern dem Mäher zum Opfer gefallen.

Liebe Grüße und einen spannenden Saison-Endspurt

Maria P."

(Foto © Maria P.)

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